- Rolf Engelhardt - Marburg (die ersten 30 Lebensjahre), nun Kassel -

Ich habe gedient, selbstverständlich, 18 Monate, und auch gelebt und gelacht und gefeiert, trotz anfänglichem Tagessold von 3 DM.
01.07. - 30.09.1968: 7. TSLw2 (Ausbildungsstaffel Lagerlechfeld), 01.10. - 31.10.1968: 6. TSLw2 (Schülerstaffel Lagerlechfeld, 412L und Conny-Radar), 01.11.1968 - 31.12.1969: 7. und 3./FmRgt32 (Lauda/Baden, Scandalice - Rooter - Batman - etc.)

Ich denke gerne an diese Zeit zurück. Und ich bin froh, diese Kameraden getroffen zu haben, mit denen ich mich auch heute noch herzlich und ehrlich verbunden fühle, wie unsere mittlerweile jährlichen Treffen auch immer wieder beweisen.

Ohne Bilder:
Asterode 1970; Lauda 1970; Kleinseelheim 1971; Rauschenberg/Burgholz 1978 (08.-09.04.); Hombressen Ostern 1980; Lagerlechfeld 1988 (14.-16.10.); Rhön 1989 (03.-05.11.); Bamberg 1998 (24.-26.04.); Prag 2000 (01.-04.06.); Lauda-Königshofen 2001 (05.-07.10.)

Mit Bildern:

Und am 27.07.2012 stand in der Zeitung:

2012 LaudaLAUDA-KÖNIGSHOFEN. Genau 44 Jahre ist es her, dass fünf junge Männer in die damals noch namenlose Luftwaffenkaserne in Lauda eingezogen sind. Jetzt kehrten sie nicht zum ersten Mal in das von ihnen lieb gewonnene liebliche Taubertal zurück.

Dieses Mal reisten die fünf Kameraden (von links) Hansheinrich Hamel (Kirchhain), Walter Frank (Immenhausen), Helmut Zinkan (Kirchhain), Helmut Ferstl (Bürgstadt) und Rolf Engelhardt (Kassel) mit ihren Fahrrädern an und erradelten die Gegend zwischen Reicholzheim und Bad Mergentheim mit Hilfe der radlerfreundlichen Tauberbahn. Natürlich wurde auch der Ottenberg in Lauda erklommen und in einem Lokal in der ehemaligen Tauberfranken-Kaserne - dem jetzigen i_Park - schwelgte man bei gutem Essen in alten Erinnerungen. Genau da, wo früher Kantinenwirt Ötzel seinen Ausschank hatte.

Nach der Grundausbildung und einem Lehrgang in der Technischen Schule der Luftwaffe 2 - der TSLW 2 in Lagerlechfeld - begann im Herbst 1968 der Dienst in der 7./FmRgt 32, die im Sommer darauf in 3./FmRgt 32 umbenannt wurde. Die fünf Wehrpflichtigen waren in der Luftverteidigungsanlage Gustav (so der offizielle Name, das Callsign im Bunkerverbund war Batman), in der A-Crew in allen drei Tätigkeitsbereichen in der OPS, der Radarkonsolen-Halle im Mittelpunkt des Bunkers, eingesetzt. Das waren die Surveillance (Radarecho erkennen, vermessen und verwalten), die Identification (anhand von Flugplänen das Radarecho identifizieren, notfalls dem Führungsbunker Alarm geben) und die Weapons (Führung der Abfangjäger zu einem nicht identifizierten Ziel und Abfangtaktiken üben). Es war die Anfangszeit des Bunkers und die fünf Freunde waren als Zeitzeugen dabei. Bei der Namensgebungsfeier standen sie in der angetretenen Ehrenformation. Kurze Zeit später wurde nach einer strengen Nato-Einsatzüberprüfung, einem Tactical Evaluation, der Bunker von der US Air Force ganz in die Hände der deutschen Luftwaffe gegeben.

Vor der endgültigen Schließung des Bunkers war es den fünf ehemaligen Soldaten und Stubenkameraden in 2001 gelungen, eine Führung durch "ihren" Bunker zu bekommen. Erstaunt war man über die technische Entwicklung. Ihre alten Konsolen waren nur noch als museale Erinnerungsstücke aufgestellt. Damals wurde mit viel Aufwand das 412-L-System von General Electric betrieben. Die Rechner, die man dazu benötigte, befanden sich in spintähnlichen Schränken in einem streng klimatisierten Raum.

Auch die Entwicklung von Lauda selbst ist gewaltig. Auffällig das Rathaus, das Schulzentrum und das Neubaugebiet in Richtung ehemaliger Kaserneneingang. Dass man jetzt von der Stadt Lauda-Königshofen sprechen muss, hatte sich im Sprachgebrauch der Freunde noch nicht richtig niedergeschlagen. Leider wurden die damaligen Gaststätten nicht mehr vorgefunden. Bei den Schichtdienstlern der Bunker A-Crew war die immer offene Gaststätte im Bahnhof sehr beliebt, ebenso das Gasthaus Rüger in Bahnhofsnähe sowie das Gasthaus Schwarz in der Pfarrstraße der Laudaer Altstadt.

Die ehemaligen Soldaten hoffen, dass "ihr" Haus 12, ihr Unterkunftsgebäude in der Kaserne, recht bald vom Leerstand und der Verwilderung drumherum erlöst wird und als Firmensitz im i_Park auch im neuen weißen Gewand erstrahlt.  ummi

Unser erstes Treffen zu viert, aber 2014 in Rotenburg o.d.T. war unser Ramses wieder dabei

2014 ROT2
2017 GruppeHP
2017 GruppeHP
2019 MiSt
2016 GruppeHP

Hier in Zuzenhausen trafen wir ihn nach 47 Jahren wieder, unseren Kameraden Wilhelm, der uns auch ein ausgesprochen freundschaftlicher Gastgeber war.

2018-Lauda-HP1

Unser Gästebucheintrag im Goldenen Stern in Lauda:
3 Tage lang und 50 Jahre nach unserem Dienst für das Vaterland trafen wir uns an unserem alten Standort. Die Gebäude der Alpha-, Bravo- und Charlie- Crew in der ehemaligen Tauber-Franken-Kaserne stehen nicht mehr, der Bunker ist wohl noch da und aus den Löffelstelzner 3 Radarantennen ist nun 1 geworden. Der kalte Krieg ist lange vorbei. Und wir sind einfach dankbar, auch für unsere einmalige Kameradschaft und Verbundenheit.